Der Bericht "Going Clean: the economics of China's low-carbon development" vom Chinese Economists 50 Forum und dem Stockholm Environment Institute, gibt an, dass die Emissionsreduzierung bis 2050 beispielsweise durch Folgendes erreicht werden kann:
- Optimalere Energieeffizienz durch verbessertes Gebäudedesign, Standards für Elektrogeräte und die Verwendung weniger energieintensiver Materialien
- Ein umfassender Wandel zu erneuerbarer Energie, beispielsweise Wind- und Sonnenenergie, Hausmüll, Bioenergie und Wasserkraft
- Elektrofahrzeuge für den Strassenverkehr
- Der Einsatz von Technologien für die Kohlenstoff-Abscheidung und -Speicherung in neuen Kohlekraftwerken
- Eine bessere Methode für die internationale Zusammenarbeit, die mehr Finanzen und Technologien aus Industrieländern ermöglicht
Der von Experten aus China, Schweden, Deutschland, Grossbritannien und den USA erstellte Bericht gibt an, dass diese Änderungen China ausserdem die Möglichkeit bieten, seine Energiesicherheit zu verbessern und seine Wirtschaft in der internationalen Wertkette weiterzubringen.
Dr. FAN Gang, Direktor des National Economic Research Institute und Leiter der Forschung in China: "Ein China mit einer niedrigen Kohlenstoffemission ist ein Land mit einem grösseren Servicesektor, fortschrittlicheren Arbeitsplätzen und weniger Umweltverschmutzung. Dieser Wandel ist ein wesentlicher Beitrag zur Entwicklung von China."
Die Wirtschaft von China fällt derzeit unter die 10 Wirtschaftssysteme mit der weltweit höchsten Kohlenstoffemission. Das bedeutet, dass der CO2-Fussabdruck in Beziehung zu den wirtschaftlichen Aktivitäten sehr hoch ist. Lord Nicholas Stern, Berichtsautor und Professor an der London School of Economics: "Um den gefährlichen Klimawandel zu verhindern, muss die ganze Welt zusammenarbeiten, um die globalen Emissionen zu reduzieren. Die Industrieländer waren in der Vergangenheit in hohem Masse für die Zunahme der Treibhausgase verantwortlich, aber die künftige Verantwortung liegt sowohl bei den Industrieländern als auch bei den Entwicklungsländern. Dieser wichtige Bericht zeigt auf, dass China starke und entscheidende Massnahmen ergreifen kann, um seine Kohlenstoffemissionen zu reduzieren, während sein Wirtschaftswachstum fortgesetzt wird, und eine blühende und harmonische Umgebung für seine Bevölkerung zu schaffen."
Professor Ottmar Edenhofer, Berichtsautor, stellvertretender Direktor und Chefökonom am Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam: "China wird eines der Länder sein, die am meisten vom Klimawandel betroffen sind. Das Verhindern des gefährlichen Klimawandels ist im besten Interesse von China. Die Studie legt dar, dass China ein hohes Wirtschaftswachstum mit einer ehrgeizigen Emissionsreduzierung kombinieren kann. Aus diesem Grund hat China das Potenzial zu einem Vorbild für andere Länder zu werden, die im Wandel begriffen sind."
Going Clean empfiehlt die Einstellung der Subventionen für fossile Brennstoffe und eine Preiserhöhung für Kohlenstoffe entweder durch eine Kohlenstoff-Steuer oder einen globalen Emissionshandel mit festen Obergrenzen. Dr. Fan Gang: "Die derzeitigen niedrigen Preise bieten keinen Anreiz für eine Reduzierung der Kohlenstoffemission. Aber das kann geändert werden." Der Bericht zeigt auf, dass es für China technologisch machbar ist, einen zweigradigen Verlauf zu erreichen und schätzt, dass die Einsparungen durch einen geringeren Energieverbrauch und andere Einsparungen die Kosten für die Umstellung kompensieren.
Professor Johan Rockstrom, geschäftsführender Direktor des Stockholm Environment Institute: "Einkommensstarke Länder tragen bis heute zu einem Grossteil der globalen Emissionen bei und müssen dieser Verantwortung durch Finanzhilfen für Entwicklungsländer gerecht werden. Um dies umzusetzen schlägt Going Clean eine neue internationale Finanzierungsmethode (International Joint Mitigation Plan) vor, um die Finanzierung von Technologien umfassender und effizienter zu machen."
Klas Eklund, Berichtsautor und leitender Ökonom der Nordic Bank SEB: "Die Verbrauchs- und Produktionsstrukturen müssen ebenfalls in eine umweltverträgliche Richtung gelenkt werden. Als das bevölkerungsreichste Land der Welt und die grösste Emissionsquelle für Treibhausgase spielt China eine wichtige Rolle beim Kampf gegen den Klimawandel. Aus diesem Grund werden effektive Hilfsmittel zum Reduzieren der Emissionen benötigt."
Der Wandel der Wirtschaft zu niedrigen Kohlenstoffemissionen wird sich auf Kohlekraftwerke und die Schwerindustrie auswirken, aber auch neue "grüne" Arbeitsplätze schaffen. Im ersten Halbjahr 2009 hat China mehr Windturbinen gebaut als die USA. Der Trend zu einer niedrigeren Kohlenstoffemission steigt an: Derzeit sind in China mehr als 50 Millionen Elektrofahrräder und Motorräder im Einsatz und China ist nun führend in der Massenproduktion von Hybridautos.
Professor Johan Rockstrom: "Auch in der derzeitigen schwierigen Wirtschaftslage können Massnahmen bezüglich des Klimawandels mehr Möglichkeiten bieten als Kosten verursachen. Die Umstellung wird für China und den Rest der Welt nicht einfach sein. Aber sie ist möglich, erforderlich und lohnenswert."
Das Chinese 50 Economists Forum ist eine Gruppe von chinesischen Ökonomen in Peking für die gemeinsame Forschung und öffentliche Diskussion der chinesischen Wirtschaft. Das Stockholm Environment Institute ist eine unabhängige gemeinnützige Forschungsorganisation, die die Kluft zwischen Wissenschaft und Politik für die nachhaltige Entwicklung überbrückt.
Der Bericht kann auf sei-international.org heruntergeladen werden (Bild der Studie anklicken)
30.07.2010
Fliegen im Jahr 2050 - Airbus stellt Konzeptstudie vor
Eiskernbohrung in Grönland – Rückschlüsse auf Klimabedingungen der letzten Warmzeit
EnBW plant Ökostrom-Marke und legt beim Gewinn zu
Western Climate Initiative makes progress with cap and trade
EPA Denied Ten Petitions: Climate Change is Real
China will Erfolg für Klimagipfel in Mexiko
Solarunternehmen Conergy einigt sich mit Banken
29.07.2010
MCS-Zertifizierung könnte britischen Photovoltaikmarktes begrenzen
Forscher: Seit 1990 steigt die Temperatur in der Arktis rasant an
05.10.10: Ressourceneffizienz - Motor für ein Grünes Wachstum
Atomindustrie dringt auf «15 Jahre plus X»
DIW Berlin: Grundsätzlich viel Spielraum für Brennelementesteuer
Kohlendioxid-Recycling: Klimakiller oder Kassenknüller?
28.07.2010
Für Stromleitung aus der Wüste: Blaupause mit 800 kV steht in China
Karlsruher Stadtmobil-Kunden können Plug-in Hybrid Prototypen mieten
Unterwasserfahrzeug forscht unter dem Treibeis der Arktis
Offshore wind heads for record year
Baden-Württemberg: 80 Prozent mehr Schiffs-Gütertransport möglich
19.08.10 : Emissionshandel und Klimaschutz in den USA
Röttgen will Windenergie verstärkt fördern
21.10.10: Launch Event für CDP Deutschland Bericht
27.07.2010
Neuer Online-Rechner: Photovoltaik-Anlagen an Wohngebäuden
Bund kappt Ökosteuer-Rabatte für energieintensive Industrie
Brasilianische Ureinwohner besetzen Wasserkraftwerk
Elektroauto Chevrolet Volt kommt zum Premiumpreis
Die Nutzung der Windenergie auf dem Meer kennt nur Gewinner
Stadtwerke Flensburg verkauft Ökostrom über mobilcom-debitel
Bundesnetzagentur: Über drei Gigawatt mehr Solaranlagen im ersten Halbjahr
KfW-Klimaschutzbeauftragter koordiniert Erstellung von Weltklimabericht
Viele Fragen offen für Deutschlands grüne Zukunft
26.07.2010
transpower will bessere Prognose für Wasserkraft und Photovoltaik
Hacker-Attacke legt ECX-Website vorübergehend lahm
Musterkommunen-Wettbewerb: 72 Bewerber erhalten ihren CO2-Rechner
Kleine solarthermische Kraftwerke mit Mehrfachnutzen für heiße Länder
Wuppertal-Institut: CCS als Brückentechnologie für deutsche Kohlekraftwerke unnötig
Ab 26. Juli: Dritte Bayerische Klimawoche startet mit über 700 Aktionen
Flughafen Stuttgart will CO2-Emissionen um 20 Prozent reduzieren
23.07.2010
Wüstenstrom-Konsortium verzichtet auf Namen Desertec
Verband: Bald über Elektroauto-Prämie entscheiden
Fachagentur veröffentlicht umfassende Marktübersicht zu Hackschnitzel-Heizungen
WWF: Verschiebung des US Klima- und Energiegesetzes herber Rückschlag
Klima- und umweltfreundlich reisen: WWF sieht noch wenige Veranstalter auf gutem Weg
US-Senat vertagt umfassendes Klima- und Energiegesetz