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Österreichs Umweltminister: Klimawandel ist nur gemeinsam bekämpfbar (09.06.2009)

Der Klimawandel sei ein massives weltweites Problem, das man nur gemeinsam lösen könne, betonte Umweltminister Niki Berlakovich am vergangenen Freitag im Rahmen der "UMWELTTAGespräche 2009" im Vienna International Center.
Derzeit ringe man um eine globale Übereinkunft, die im Dezember in Kopenhagen für die Zeit nach 2012 beschlossen werden soll.
"Es geht auch darum, die USA für ein weltweites Klimaschutzabkommen mit ins Boot zu bekommen. In der Folge wird es wichtig sein, China und andere Schwellenländer ebenso zu integrieren. Es kann nicht sein, dass die EU-Länder die einzigen sind, die sich zu etwas verpflichten. Alle müssen mitmachen", betonte Berlakovich, der Österreichs Anstrengungen im Klimaschutz-Bereich darlegte.

Enge Verzahnung zwischen Umwelt und Wirtschaft

Wer von Klimaschutz rede, müsse sich bewusst sein, dass hier aktuell drei Bereiche eng miteinander verknüpft seien. Einerseits gehe es um die Senkung der Treibhausgas-Emissionen, andererseits um die Belebung der Konjunktur und die Schaffung von Arbeitsplätzen und drittens um die Sicherung der Energieversorgung, betonte der Minister. Somit sei eine enge Verzahnung zwischen Umwelt und Wirtschaft gegeben.

Umwelttechnologie schafft Arbeitsplätze und Klimaschutz

"Wir setzen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten insbesondere auf Umwelttechnologien", so Berlakovich, der Österreich in diesem Bereich "gut unterwegs" sieht, speziell, wenn man in manch anderen Ländern den Vergleich beispielsweise in der Abfallwirtschaft direkt vor Augen geführt bekomme. Im Bereich der Umwelttechnikindustrie gebe es derzeit in unserem Land über 22.000 Beschäftigte mit 6 bis 10%igen Wachstumsraten jährlich. Um diese positive Entwicklung voranzutreiben, sei der Masterplan Umwelttechnologie (MUT) ins Leben gerufen worden. Dieser verschaffe österreichischen Unternehmen dieser Branche neue Chancen und biete ausreichend finanzielle Mittel für Investitionen.

Auch im Rahmen der Aktion "Thermische Sanierung" von Gebäuden stelle der Bund einiges an Geld zur Verfügung. Bisher haben laut dem Minister mehr als 6.000 Personen aus dem privaten Bereich und rund 300 Unternehmen Anträge für diese Förderung eingereicht.

Enorme Anstrengungen zur EU-Ziel-Erreichung gefragt

Berlakovich hob auch das EU-Ziel hervor, bis 2020 im Schnitt 20% des Gesamtenergieverbrauchs aus Erneuerbaren Energiequellen zu decken. Für Österreich bedeutet das bekanntlich sogar einen Anteil von 34% nachhaltige Energie. "Es werden enorme Anstrengungen notwendig sein, um das zu erreichen", sagte der Ressortchef, der auf die derzeit laufenden Bemühungen von Lebens- und Wirtschaftsministerium verwies, bis Ende des Jahres eine "Energiestrategie Österreich" zu erarbeiten. Diese soll unter Mitwirkung vieler Interessenvertretungen auf den drei Säulen Versorgungssicherheit, Energieeffizienz und Erneuerbare basieren.

Wertschöpfung in ländlichen Regionen schaffen

Er habe die faszinierende Vision eines energieautarken Österreichs, wobei eine Wertschöpfung auch speziell in ländlichen Regionen geschaffen werden soll, so Berlakovich. Der Minister hält es jedoch für ebenso wichtig, in allen Sektoren gleichzeitig Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes zu setzen, sei es im Bereich der Effizienz, in der Ernährung hin zu mehr Regionalität, im Handel im Sinne der Nachhaltigkeit oder auch in den Finanzmärkten nach dem Motto: "green money for green jobs". Eine ökosoziale Marktwirtschaft sei somit die Antwort auf die aktuellen Herausforderungen und Probleme, so Berlakovich, auch im Hinblick auf die Wirtschaftskrise.

Auf breiter Basis Ideen zur Bewusstseinsbildung entwickeln

"Wir müssen auf breiter Ebene Ideen zur Bewusstseinsbildung entwickeln und auch die anderen Bereiche miteinbeziehen, weil wir Probleme nur gemeinsam lösen können", betonte der Minister bei den "UMWELTTAGesprächen 2009". Diese wurden in Kooperation mit dem Lebensministerium, der Umweltberatung, klima:aktiv, der Österreichischen Energieagentur, OMV Future Energy Fund, OMV Move & Help, United Nations Office at Vienna (UNOV) und United Nations Environment Programme (UNEP) veranstaltet.


Quelle: lebensministerium.at


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