Durch gezielt geförderte Biotreibstoff-Projekte konnten damit bereits rund 110.000 Tonnen CO2 eingespart werden“, betonte Umweltminister Niki Berlakovich die Notwendigkeit, im emissionsreichen Verkehrssektor verstärkt Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion zu setzen.
Die EU Richtlinie 2003/30/EG zur Förderung der Verwendung von Biokraftstoffen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor (Biokraftstoffrichtlinie) gibt den Mitgliedstaaten Richtwerte für den Einsatz von biogenen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor vor. In Österreich erfolgt der Einsatz zum überwiegenden Teil in Form der Beimischung von Biodiesel zu Diesel und Bioethanol zu Benzin. Daneben werden auch Biokraftstoffe in reiner Form, wie z.B. 100 Prozent Biodiesel oder auch in Mischungen mit hohem Biokraftstoffanteil wie z.B. Superethanol E85, das bis zu 85 Prozent Bioethanol enthält, eingesetzt.
Die Biokraftstoff-Richtlinie wurde in Österreich im Rahmen einer Novelle der Kraftstoffverordnung im November 2004 in nationales Recht umgesetzt. Gemäß dieser Verordnung müssen all jene, die Kraftstoffe Inverkehrbringen (die Substitutionsverpflichteten) seit 1. Oktober 2005 2,5 Prozent (gemessen am Energieinhalt) aller in Verkehr gebrachten Otto- und Dieselkraftstoffe durch Biokraftstoffe ersetzen. Der verpflichtende Substitutionsanteil hat sich mit 1. Oktober 2007 auf 4,3 Prozent und am 1. Oktober 2008 auf 5,75 Prozent erhöht. Über den Zeitraum des Kalenderjahres 2008 wurde das auf das Jahr bezogene geforderte Substitutionsziel von 4,66 Prozent (gemessen am Energieinhalt) mit 5,5 Prozent deutlich überschritten. Österreich hat die Daten zur Entwicklung der Biokraftstoffe in Form einer jährlichen Berichtspflicht an die Europäische Kommission zu melden.
In Summe wurden im Jahr 2008 406.291 Tonnen Biodiesel in Verkehr gebracht, gegenüber 2007 bedeutet das eine Steigerung von neun Prozent. Davon wurden 304.291 Tonnen (plus zwei Prozent) den fossilen Kraftstoffen beigemischt und 102.000 Tonnen (plus 30 Prozent) als purer Biokraftstoff bzw. als Dieselkraftstoff mit einem höheren Biokraftstoffanteil (z. B. über Betriebstankstellen von Flottenbetreibern) im österreichischen Verkehrssektor eingesetzt. Bioethanol wurde 2008 hauptsächlich über die Beimischung abgesetzt, in Summe etwa 84.910 Jahrestonnen.
Die Gesamtmenge an Pflanzenöl, das neben der Nutzung in landwirtschaftlichen Maschinen auch im Straßengüterverkehr eingesetzt wurde, belief sich 2008 auf insgesamt 19.276 Tonnen. Das entspricht einer Steigerung gegenüber 2007 von sieben Prozent.
Neben der Entwicklung der Biokraftstoffe muss auch jährlich die Qualität der in Österreich am Markt befindlichen Kraftstoffe kontrolliert werden und die Ergebnisse in Form eines Berichts an die Europäische Kommission gemeldet werden. Wie jedes Jahr war auch heuer die Qualität der in Österreich verkauften Kraftstoffe gut, so wurden insgesamt nur bei rund zwei Prozent der Proben (sieben Beanstandungen bei 303 Proben) eine Abweichung von den geforderten Normparametern festgestellt. Dies teilt das Lebensministerium abschließend mit.
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