Offenbach - Dauerfrost seit Wochen, Schneewehen und Eisschollen an der Ostsee - aber Kälte- und Schneerekorde gibt der Winter 2009/10 nicht her. Deutschland erlebe zwar derzeit den kältesten Winter seit Mitte der 1990er Jahre, aber extrem sei er nicht, sagte Gerhard Müller-Westermeier vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Eine Klima-Trendwende sei nicht zu erkennen: «Alles, was wir wissen, deutet auf Erwärmung.»
Gemessen am Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990, der den Meteorologen als Referenz dient, sei es seit Dezember 1,5 Grad zu kalt, sagte Müller-Westermeier. «Das gibt's immer wieder mal.» Viel kälter war nach den Aufzeichnungen des DWD der Winter 1962/63. Damals lag die Temperatur um 5,8 Grad unter dem Normalwert. 2006/07 und 2007/08 sei es deutlich zu warm gewesen, «da hat man die richtig kalten Winter nicht mehr in Erinnerung.» Für die Meteorologen umfasst der Winter die Monate Dezember bis Februar, kalendarisch dauert er von Ende Dezember bis Ende März.
Ungewöhnlich ist in diesem Jahr der viele Schnee, der wegen der frostigen Temperaturen nicht wegtaut.
Vor allem im Norden und Nordosten liegen viele Messstationen schon knapp 50 Tage unter einer Schneedecke:
Hamburg seit 50 Tagen,
Schwerin seit 49 Tagen,
Greifswald seit 45 Tagen,
die Lüneburger Heide sogar seit 52 Tagen.
Der Süden und die Mitte verzeichnen deutlich weniger Schneetage:
München 41,
Ingolstadt 24,
Karlsruhe 29 und
Frankfurt 34.
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