Der Klimawandel stellt eine der Hauptbedrohungen für die Artenvielfalt dar. Deshalb sei es nötig, dass die Biodiversität ein Teil der allgemeinen Vermeidungs- und Anpassungsbemühungen beim Klimawandel wird, so eine von sieben Empfehlungen, die auf einer internationalen Klimakonferenz im dänischen Aarhus verabschiedet wurden.
Anfang März hatten sich dort über 1000 Vertreter aus Wissenschaft, Industrie, Politik und Nichtregierungsorganisationen getroffen, um die UN-Klimakonferenz COP15 vorzubereiten, die im Dezember in Kopenhagen stattfinden wird und das Kyoto-Protokoll fortschreiben soll.
Klimawandel als eine der Hauptbedrohungen für die biologische Vielfalt der Erde
Momentan steht die biologische Vielfalt unter einem starken Druck durch Landnutzung, biologische Invasionen und Verschmutzungen. Als Folge sind zahllose Arten vom Aussterben bedroht - so zum Beispiel ein Viertel der etwa 5500 Säugetierarten weltweit. In den nächsten einhundert Jahren wird der Klimawandel zu einem zusätzlichen Druck mit wahrscheinlich ernsten Folgen führen.
Der Klimawandel beeinflusst bereits jetzt die Ökosysteme und die Artenvielfalt weltweit. Er führt zu Veränderungen bei Ökosystemfunktionen sowie dem Auftreten und der Verbreitung von Arten. Bei einem Ansteigen der globalen Durchschnittstemperatur um 1,5 bis 2,5 Grad Celsius dürften 20 bis 30 Prozent der Arten einem erhöhten Aussterbe-Risiko ausgesetzt sein.
Wird dem Klimawandel nicht gegengesteuert, so sind große Verluste unvermeidlich. Zusätzlich werden die Auswirkungen jedoch stark von den Wechselwirkungen mit anderen Triebkräften, insbesondere der Landnutzung, beeinflusst und meist verstärkt - wie auch Ergebnisse des vom UFZ koordinierten EU-Projektes ALARM zunehmend zeigen (http://www.alarmproject.net).
Die Schlüssel-Anpassungsstrategien sind daher:
1. Andere Belastungen für die Biodiversität reduzieren. Eine Anpassungsstrategie wäre beispielsweise die Reduzierung von Lebensraumverlusten, um die Pufferkapazität gegenüber dem Klimawandel zu erhöhen. Es ist deshalb entscheidend, dass Vermeidung und Anpassung (besonders in der Landnutzung wie z.B. beim Anbau von Biokraftstoffen) so durchgeführt werden, dass sie die Auswirkungen verringern und keinen zusätzlichen Druck auf die Biodiversität ausüben.
2. Klimawandelintegrierte Naturschutzplanung: Die Aufrechterhaltung von existenzfähigen, verbundenen und genetisch vielfältigen Populationen durch eine Vielzahl an Mitteln (erweiterte Schutzgebiete, Gestaltung von widerstandsfähigen Schutzgebieten, lokales Management wie kontrolliertes Abbrennen zum Verringern von Brennstoffmengen usw., Aufzucht in Gefangenschaft, unterstützte Umsiedlung, Entwickeln neuer Lebensräume). Hier flossen zahlreiche Erkenntnisse von Projekten mit ein, die vom UFZ zum Teil gemeinsam mit dem PIK in Potsdam in den letzten Jahren durchgeführt wurden (MACIS - Minimisation of and Adaptation to Climate change Impacts on biodiverSity: http://www.macis-project.net; Schutzgebiete Deutschlands im Klimawandel - Risiken und Handlungsoptionen: http://www.pik-potsdam.de/forschung/forschungsbereiche/klimawirkung-vulnerabilitat/projekte/pik-flagschiffprojekte/climreg/schutzgebiete .)
Schutz der Wälder als effektive Vermeidungsstrategie
Emissionen durch Landnutzungswandel, besonders die Abholzung der Tropenwälder, tragen bis zu 20 Prozent zu den vom Menschen verursachten Treibhausgasen bei. Ein wichtiger Aspekt der Vermeidungsstrategien ist daher der Schutz der Wälder einschließlich reduzierter Emissionen aus Abholzung und Waldabbau in Entwicklungsländern (REDD) - besonders bei kohlenstoff- und artenreichen Tropenwäldern. Eine Reduzierung des Drucks auf die Tropenwälder würde auch der Biodiversität direkt nutzen. Wiederaufforstung kann einen wichtigen Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung leisten und den Druck auf die biologische Vielfalt der Wälder verringern. Um diese Schlüsselvermeidungsstrategie umzusetzen, ist es absolut entscheidend, dass wirtschaftliche Strukturen aufgebaut werden, die Anreize schaffen für den Schutz der Wälder. Anpassung und Vermeidung beim Klimawandel in anderen Bereichen können positive, neutrale oder negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt haben. Synergien könnten gefördert werden durch integrierte Strategien, die die wichtigsten UN-Konventionen (wie die UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (UNFCCC) und die Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD)) verknüpfen.
Die sieben Empfehlungen aus Aarhus für die COP15:
1. Klimapolitik: Alle Teile der Gesellschaft müssen in künftige Klimalösungen eingebunden werden.
2. Biodiversität und Ökosysteme: Biodiversität muss ein integraler Bestandteil der allgemeinen Vermeidungs- und Anpassungsbemühungen werden.
3. Landwirtschaft und Klimawandel: Wir müssen die Agrarproduktivität erhöhen, um den Verbrauch von Wasser und Land zu reduzieren.
4. Nanotechnologie: Nanotechnologie wird zur nächsten industriellen Revolution führen und technologische Durchbrüche in der Entwicklung nachhaltiger Energielösungen anbieten.
5. Bürger und Gesellschaft: Die COP15 sollte die Verpflichtungen der Aarhus Konvention und die Anreize für die Bürgerbeteiligung enthalten.
6. Arktis: Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung in den betroffenen Gebieten.
7. Integrierte Energielösungen: Einführung einer neuen Kohlenstoffwährung, die direkte Anreize schafft, neue Technologien ohne fossile Brennstoffe zu entwickeln.
Unter den zehn deutschen Teilnehmern waren drei als Hauptredner für das Thema "Biodiversität und Ökosysteme" geladen: Ingolf Kühn und Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle/S. und Wolfgang Cramer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).
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