Dabei wurden seitens der Wissenschaft deutliche Zweifel laut an dem noch vor kurzem vom G8-Gipfel beschlossenen Ziel, die Erderwärmung nicht über die kritische 2-Grad-Grenze hinaus zunehmen zu lassen. „Die Politik hat das Heft des Handelns nicht mehr in der Hand“, sagte Prof. Mojib Latif vom Institut für Meeresbiologie in Kiel und beklagte eine zunehmende Unfähigkeit der Politik, sich gegen Lobbyinteressen zu behaupten. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer ‚Systemkrise‘. Ähnlich mahnende Worte fand der Klimaforscher Prof. Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimaforschung: „Nach dem derzeitigen Stand der Dinge werden wir das gesamte ‚Budget‘, das an CO2-Emissionen bis 2050 aus wissenschaftlicher Sicht noch zulässig wäre schon in 25 Jahren erschöpft haben“.
Als Vertreter einer ökologisch ausgerichteten Wirtschaft befand Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank, dass das alleinige Gewinnstreben als ökonomisches Prinzip sich durch die Finanzkrise endgültig ad absurdum geführt habe und es an der Zeit ist, ein verändertes, ganzheitliches Verbraucherverhalten unternehmerisch zur Kenntnis zu nehmen, was allerdings zunehmend schon geschähe. Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung erinnerte an die unvorstellbaren volkswirtschaflichen Folgekosten eines ungebremsten Klimawandels (20% vom BSP in 100 Jahren) und an die Notwendigkeit eines technologischen Know-How-Transfers zur Klimafolgenbeherrschung in Richtung der Entwicklungsländer.
Von politischer Seite waren Bärbel Höhn (Grüne), Eva Bulling-Schröter (Linke), Frank Schwabe (SPD) und Michael Kauch (FDP) auf dem Podium anwesend. Die Unionsparteien waren nicht vertreten, obwohl fünf Bundestagsabgeordnete und eine Ministerin angeschrieben waren, was Moderator Gerd Rosenkranz (Dt. Umwelthilfe) als Verweigerung interpretierte. Die anwesenden Politiker waren sich bei allen Unterschieden ihrer klimapolitischen Forderungen darüber einig, dass die Chancen zum konzertierten Handeln in Kopenhagen nicht vertan werden dürften und das der Ansatz, die gesamte CO2-Emissionslast als globales Budget zu betrachten, wie es der Klimabeirat der regierung gerade gefordert hat, vernünftig und zielführend sei.
Michael Kauch forderte ein Ende der staatlichen Subventionierung klimaschädlicher Technologien, die an den tatsächlichen Verbraucherinteressen vorbei gingen: „Wer sich verkalkuliert, muss eben Pleite gehen“, so der umweltpolitische Sprecher der FDP mit Blick auf die Automobilindustrie.
Bärbel Höhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, verlangte, dass alle klimaschädlichen Subventionen auf den Tisch müssten. Allein die Abschaffung der Dienstwagenprivilegien würde der Staatskasse jährlich 3 Milliarden Euro sparen.
Eva-Bulling-Schröter mahnte, dass Ökologie und Sozialpolitik gemeinsam betrachtet werden müssten, denn die Leute müssten sich die energieeffizienteren Waschmaschinen und Kühlschränke auch leisten können.
Frank Schwabe von der SPD räumte ein, dass es auch in seiner Partei noch einen Dissenz bzgl. der Haltung zu neuen Kohlekraftwerken gäbe. Er trat jedoch dafür ein, politische Rahmenbedingungen zu schaffen, die die langfristige Profitabilität dieser Art fossiler Energieerzeugung in Frage stellen würden.
Veranstalter dieser Diskussion ist gemeinnützige Organisation Klimaktiv und der BAUM eV..
Die Kampagne ‚endlich-handeln, die von zahlreichen prominenten Schirmherren und Partnern wie der GLS Bank und dem NABU unterstützt wird, will Bürger motivieren, durch Erstellen einer eigenen CO2-Bilanz ihren persönlichen Einsatz für den Klimaschutz demonstrieren und an die Entscheidungsträger in Stockholm zu appellieren, ebenfalls endlich die notwendigen Schritte einzuleiten.
30.07.2010
Fliegen im Jahr 2050 - Airbus stellt Konzeptstudie vor
Eiskernbohrung in Grönland – Rückschlüsse auf Klimabedingungen der letzten Warmzeit
EnBW plant Ökostrom-Marke und legt beim Gewinn zu
Western Climate Initiative makes progress with cap and trade
EPA Denied Ten Petitions: Climate Change is Real
China will Erfolg für Klimagipfel in Mexiko
Solarunternehmen Conergy einigt sich mit Banken
29.07.2010
MCS-Zertifizierung könnte britischen Photovoltaikmarktes begrenzen
Forscher: Seit 1990 steigt die Temperatur in der Arktis rasant an
05.10.10: Ressourceneffizienz - Motor für ein Grünes Wachstum
Atomindustrie dringt auf «15 Jahre plus X»
DIW Berlin: Grundsätzlich viel Spielraum für Brennelementesteuer
Kohlendioxid-Recycling: Klimakiller oder Kassenknüller?
28.07.2010
Für Stromleitung aus der Wüste: Blaupause mit 800 kV steht in China
Karlsruher Stadtmobil-Kunden können Plug-in Hybrid Prototypen mieten
Unterwasserfahrzeug forscht unter dem Treibeis der Arktis
Offshore wind heads for record year
Baden-Württemberg: 80 Prozent mehr Schiffs-Gütertransport möglich
19.08.10 : Emissionshandel und Klimaschutz in den USA
Röttgen will Windenergie verstärkt fördern
21.10.10: Launch Event für CDP Deutschland Bericht
27.07.2010
Neuer Online-Rechner: Photovoltaik-Anlagen an Wohngebäuden
Bund kappt Ökosteuer-Rabatte für energieintensive Industrie
Brasilianische Ureinwohner besetzen Wasserkraftwerk
Elektroauto Chevrolet Volt kommt zum Premiumpreis
Die Nutzung der Windenergie auf dem Meer kennt nur Gewinner
Stadtwerke Flensburg verkauft Ökostrom über mobilcom-debitel
Bundesnetzagentur: Über drei Gigawatt mehr Solaranlagen im ersten Halbjahr
KfW-Klimaschutzbeauftragter koordiniert Erstellung von Weltklimabericht
Viele Fragen offen für Deutschlands grüne Zukunft
26.07.2010
transpower will bessere Prognose für Wasserkraft und Photovoltaik
Hacker-Attacke legt ECX-Website vorübergehend lahm
Musterkommunen-Wettbewerb: 72 Bewerber erhalten ihren CO2-Rechner
Kleine solarthermische Kraftwerke mit Mehrfachnutzen für heiße Länder
Wuppertal-Institut: CCS als Brückentechnologie für deutsche Kohlekraftwerke unnötig
Ab 26. Juli: Dritte Bayerische Klimawoche startet mit über 700 Aktionen
Flughafen Stuttgart will CO2-Emissionen um 20 Prozent reduzieren
23.07.2010
Wüstenstrom-Konsortium verzichtet auf Namen Desertec
Verband: Bald über Elektroauto-Prämie entscheiden
Fachagentur veröffentlicht umfassende Marktübersicht zu Hackschnitzel-Heizungen
WWF: Verschiebung des US Klima- und Energiegesetzes herber Rückschlag
Klima- und umweltfreundlich reisen: WWF sieht noch wenige Veranstalter auf gutem Weg
US-Senat vertagt umfassendes Klima- und Energiegesetz