Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Seite empfehlen

Rasmussen auch nach Klimagipfel Unglücksrabe vom Dienst (05.02.2010)

Kopenhagen - Beim Klimagipfel als Gastgeber vor aller Welt fast alles falsch gemacht und seitdem im freien Fall: Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (45) gilt anderthalb Monate nach dem enttäuschenden Ende der Kopenhagener Klimakonferenz auch innenpolitisch als Unglücksrabe vom Dienst und Fehlbesetzung. Knapp 70 Prozent der Befragten meinten bei einer Freitag veröffentlichten Umfrage für die Zeitung «Børsen», er werde die nächsten Wahlen verlieren. Rasmussens Koalition liegt in allen Umfragen seit der Klimakonferenz im Dezember hinten.

Lars Rasmussen in Kopenhagen Bild: dpaDer seit letzten April amtierende Rechtsliberale hatte beim heimischen Klimagipfel als Tagungspräsident Delegierte aus Entwicklungsländern durch arrogantes Auftreten und die Konferenz insgesamt durch verblüffende Unkenntnis gegen sich aufgebracht. Rasmussen schlief bei der Abschlussdebatte minutenlang, redete wirr und musste aus dem Verkehr gezogen werden. Auch westliche Regierungen werfen ihm schwerwiegende strategische Fehler in der Vorbereitungsphase vor.

Nach dem Gipfel geriet der eigentlich als robust und bullig geltende Däne auch innenpolitisch immer heftiger in die Kritik. Er sagte im Januar eine Nachbereitung der Klimakonferenz mit 80 geladenen Botschaftern in letzter Minute ab, weil er wegen eines verstauchten Fußes auf seine Tochter aufpassen müsse. Und das, nachdem Rasmussens Namensvetter und Vorgänger Anders Fogh Rasmussen 2006 eine Gesprächsbitte von Botschaftern über die umstrittenen Mohammed-Karikaturen schroff abgewiesen hatte und das nach den gewaltsamen Protesten in islamischen Ländern bitter bereuen musste.

Der Nachfolger tritt derzeit mit beiden Beinen in jeden erreichbaren Fettnapf. Der Regierungschef sei ein bisschen ausgebrannt, verlautet auch aus ihm wohlgesonnenen Kreisen, deshalb hätten die Berater ihren Chef diese Woche kurzfristig in die Ferien nach Teneriffa geschickt. Was tut Rasmussen? Er nimmt alle drei schulpflichtigen Kinder mit, obwohl seine Regierung gerade für die Kampagne «Unsere Schule soll besser werden» gegen die in Dänemark ziemlich verbreitete Unsitte zu Felde zieht, Familienreisen außerhalb der Schulferien anzusetzen. Dass die Kanarischen Inseln diese Woche von selten erlebtem Dauerregen heimgesucht worden sind, fügt sich ins Bild des Unglücksraben vom Dienst.

In Kopenhagen schwimmen Rasmussen auch politisch die Felle davon. Bei schnell steigender Arbeitslosigkeit mit Massenentlassungen sogar an Krankenhäusern bewegen immer mehr Dänen andere Probleme als die betont harte Ausländerpolitik, mit der Rasmussens Koalition seit 2001 drei Wahlen hintereinander gewonnen hat. Überwiegend Kopfschütteln ernteten der Regierungschef und sein Kabinett denn auch mit ihrem monatelangen öffentlichen Ringen um ein Burka-Verbot in Dänemark. Als sich Rasmussen danach erschöpft nach Teneriffa verabschiedete, meinte die Zeitung «Politiken»: «Ein Regierungschef darf alles sein, aber nicht müde.»


Von Thomas Borchert, dpa


Aktuelle Markdaten und Börsenkurse

Climate Change News by Climate Ark

03.09.2010

Regierung bei Atomfrage auf der Zielgeraden

Regierung kommt bei Energiekonzept in Sachen Energieeffizienz voran

Ermittler sichern Millionen bei Umsatzsteuerbetrügern

UN: Berlin muss über eine Milliarde für Klimaschutz zahlen

Schweizer Erfolgsbilanz: 46 Fernwärmenetze mit erneuerbarer Energie gehen in Betrieb

Siemens ermittelt Deutschlands grünste Stadt

Zeitung: Wulff sieht Grenze für AKW-Laufzeiten bei neun Jahren

02.09.2010

«Süddeutsche»: Umweltministerium rügt Atomgutachten

UN erwarten erste Geldmittel für Klimaschutz

Klimawandel begünstigt Hurrikan-Entstehung

Koalition will Atomfrage am Sonntag abräumen

Klimawandel: Durchschnittstemperaturen steigen, mehr heiße Tage

Es fehlt ein faires und grünes Handy : Germanwatch fordert mehr Nachhaltigkeit

Ökodesign-Richtlinie: 'Top Runner'-Prinzip ist Leitbild

Autoexperten: Industrie könnte viel klimafreundlichere Pkw bauen

01.09.2010

Mark-E steigt in Windkraftnutzung ein

Studie: Versorger suchen Partner für Smart Energy

Verbände: Erhöhung der Energiesteuer für energieintensive Betriebe ist Fehlentscheidung

Greenpeace setzt Klimaforschung in der Arktis fort

dena: Ausbau europäischer Stromnetze für Erneuerbare Energien dringend notwendig

EIB: First carbon credits from wind farms in Estonia and Lithuania

Umweltminister: Die Zukunft liegt in klimafreundlicher Entwicklung

Längere Laufzeiten bringen keine Vorteile für den Klimaschutz

31.08.2010

Phoenix Solar AG realisiert 2,2 Megawatt Solarpark in der Slowakei

EEX-Transparenzplattform liefert Daten zu kleinen EEG-Anlagen

Russland will erstes JI-Track-2-Verfahren bewilligen lassen

2G Bio-Energietechnik AG erzielt Rekord-Auftragseingang mit KWK-Anlagen

Merkel will schnelle Atom-Entscheidung

Entwicklung von Megastädten lässt Elektroautomarkt einen Gang zulegen

Kraftwerksmesse Power Plant Technology richtet sich neu aus

30.08.2010

Klimaforscher: Wetterextreme werden zunehmen

Regierung uneins über Atomlaufzeiten

Kontrollorgan empfiehlt Klimarat IPCC grundlegende Reform

BDI: Wirtschaft hält Klimaschutzzusagen ein

Merkel: Atom-Gewinnabschöpfung für Ökoenergien

29.08.2010

Gutachter für bis zu 20 Jahre längere AKW-Laufzeiten / Merkel: 10 bis 15 Jahre vernünftig

Röttgen kritisiert Kürzung bei Gebäudesanierung

75-Watt-Glühbirnen werden aus Europa verbannt